Dienstag, 17. April 2012

Judo gegen Schüchternheit?

Mal wieder ein Post ohne Fotos, tse, ich brauch doch eine Kompakt-Kamera. *g* Wobei ich glaube, dass ich gestern auch kein Foto hätte machen dürfen. ;-) Und um Nähen gehts auch nicht, schlimm schlimm... *lach*

Aber mich beschäftigt es, also müsst ihr da durch. ;-) Wir waren nämlich gestern das erste Mal beim Judo. Wir? Okay, Lukas sollte Judo kennen lernen, Lilly und ich waren Zaungäste, was sich aber noch als Nachteil rausstellen sollte.

Lukas ist, aus eigene Erfahrung muss ich das mit einem leider kommentieren, in manchen Situationen sehr schüchtern und kann sich da festbeißen- und ich weiß genau wie es ihm dabei geht. Ich war als Kind genauso. Und als Teenie. Und auch als Erwachsene scheue ich manchmal noch den Erst-Kontakt. Auch wenns mir nicht jeder glauben mag. ;-) Und Lukas geht es genauso, abhängig von der Situation. Fremde Kinder auf dem Spielplatz? Kein Problem, Offizieller Schnuppertag in der Schule? Bitte zum nächsten Mauseloch. Das kann am nächsten Tag auch wieder ganz anders sein... Aber er hat sehr damit zu kämpfen- weil er sich dann komplett zurück zieht, wenn er sich etwas nicht zutraut, dann blockt er ab und es scheint, als ob er einfach nicht kann. Er kann schon, er traut sich es nicht in Perfektion zu und verweigert deswegen... Schwierig...

Bisher ist er Turnen gegangen, aber auch nach über einem halben Jahr mit der Gruppe nicht warm geworden. Ich muss gestehen, uns ist vorher aber auch noch nie eins der Kinder begegnet- und das will hier was heißen, soooo groß ist unser Wohniort auch nicht und meist läuft man sich überall über den Weg, nur diesmal nicht. Und da Lukas nicht aktiv nach Freunden sucht, war er auch dort der Einzelgänger- und fühlte sich nicht mehr so recht wohl. Und, dem Internet sei Dank, hab ich nun doch etwas gefunden: Judo. Der Sport schlechthin, der einem für schüchterne Jungs empfohlen wird. Es ist nicht nur Bewegung, es ist auch Disziplin, aber eben auch eine Kampfsportart, Nicht gezwungen eine Gruppensportart, aber dennoch ist man nicht alleine. Von der Idee her perfekt. ;-) Das meinte sogar Lukas Erzieherin, als ich ihr davon erzählt habe...

Also sind wir voller Erwartung hin- und ich bin nicht enttäuscht. Natürlich hat Lukas nicht von der ersten Sekunde an mitgemacht, vor allem nicht, als wir noch im Raum waren. Den Purzelbaum zum Aufwärmen hat er ganz verweigert, kann er nicht. Stimmt nicht. Er hat mir dann gesagt, er purzelt noch schief. Ja und- die anderen Jungs auch. ;-) Er kann es lernen. Hmmm, okay Mama. Auch die Judorolle wollte er sich nicht zutrauen und kam zu mir, eine winzige rote Stelle am Fuß, da kann man sich nicht hinknien. Also bin ich mit Lilly, die am liebsten mitgemischt hätte, raus in die Umkleide. Sehr spannend für 30 Minuten. *g* Und siehe da, es war besser. Er hat sogar danach stolz erzählt, dass er sich aus einer Umklammerung "rausgebuddelt" hat. ;-) Auch der Trainer, sehr sympathisch, fand es gar nicht schlimm, dass er sich anfangs etwas verweigert hat, das kommt noch. Wir dürfen noch 2x schnuppern, danach entscheiden wir uns. Ich hoffe dafür. Und beim nächsten Mal soll ich gleich draußen warten. ;-) Wenn das mal nichts ist!

Kennt das noch jemand? Nicht Judo, aber dass sich sein eigenes Kind manchmal selbst im Weg steht? Ich habs ja selbst durchgemacht und weiß, dass aufmunternde Aktionen wie "Nein, wenn du was trinken willst, bestellst du es bitte selbst beim Kellner" mich eher dazu gebracht haben, im Restaurant nichts mehr zu trinken. Denn zu allem Überfluss haben Lukas und ich beide einen sehr ausgeprägten Dickschädel. ;-) Und bei ihm ist es nicht immer so, er liebt es im Sommer sich ganz alleine mit einem Geldstück in der Hand stundenlang in die Schlange zu stellen, sich selbst sein Eis zu bestellen, seinen Platz gegenüber anderen Erwachsenen zu verteidigen und stolz zurück zu kommen. Nur so als Beispiel. Aber manchmal schlägt der Trotz auch wieder durch, dann geht nichts mehr. Gerade im Moment. Und nichts ist schlimmer, als wenn einem Kind vor Zorn die Tränen kommen vor anderen, denn dann wird es zur Heulsuse gestempelt- egal wie berechtigt der Zorn vielleicht war... Ich würd ihm gern helfen, aber so die ultimative Lösung haben wir noch nicht. Wir versuchen ihn eben zu stärken und zu fördern, was manchmal schwierig ist... Leider gibt es dazu auch kein schlaues Buch- wo ich doch so gerne lese. Und mein Bauchgefühl? Auf das höre ich ja meist, aber auch Eltern machen Fehler. Und wenn seine Schüchternheit so ausgeprägt ist wie bei mir, wird es noch laaange dauern. Aber ich würd es gern besser fördern, denn gerade in der Schule wird es sonst schwer.

Ich baue darauf, dass Judo ein weiterer Baustein dazu werden könnte. Und ich schreibe das, weil es mich beschäftigt, weil vielleicht eine andere Mutter da auch so ihre Erfahrung mit hat. Und weils ja nicht immer nur ums Nähen geht hier. Und weil ihr soooo lange Posts ja auch mal gewöhnt seit.

Ich verspreche, beim nächsten Mal gibts wieder bunte Bilder. Versprochen. ;-) Denn ich grübel nicht nur, ich arbeite ja auch fleissig- die Uhr rennt, Bad Nauheim naht in Riesenschritten. Ich halte euch auf dem Laufenden- in jeder Beziehung. Wenn es interessiert. ;-)

Noch eine schöne Woche euch allen da draußen!

1 Kommentar:

  1. Ich denke, das Judo hilft bestimmt (so lange es ihm Spaß macht, was ja danach aussieht).

    Gut sind auch diese Tipps gegen Schüchternheit: http://www.typentest.de/typentest_de_-_erklarung/schuechternheit.htm
    Ist zwar mehr für Erwachsene, aber vielleicht kannst du ja was für dich rausziehen :)

    Grüßle

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